Erkenntnisse...
...von wem es ist.
aber es ist schön - und vor allem wahr:
Jugend ist kein Lebensabschnitt - sie ist eine Geisteshaltung, sie ist die Beschaffenheit der Willenskraft, eine Eigenschaft der Phantasie, die Kraft der Gefühle, der Sieg des Mutes über die Ängstlichkeit und der Abenteuerlust über die Bequemlichkeit. Niemand wird alt, nur weil er eine bestimmte Anzahl von Jahren gelebt hat.
Die Menschen werden alt, wenn sie ihre Ideale aufgeben. Wenn wir unsere Begeisterungsfähigkeit verlieren, bekommt unsere Seele Falten.
ich fühle mich grad sehr alt...
edit, 09.12.
und jeden Tag ein bischen älter...
tommy1208 - 4. Dez, 00:07
ein lustiger Abend... eine Party mit vielen Freunden, etwa 40 Leute. Laute Musik, die besten Mojitos der Welt, ausgelassene Stimmung. Ich freue mich besonders, viele alte Freunde nach so langer Zeit wieder zu sehen. Nach einer Weile komme ich mit Patricks Freundin ins Gespräch. Die beiden haben in diesem Jahr viel durchgemacht. Er wurde mit Krebsverdacht ins Krankenhaus eingeliefert, viele ungewisse Diagnosen folgten. Erst nach knapp 4 Wochen folgte das erleichternde Ergebnis, alles war dann doch harmlos.
Doch er hatte bei dieser ganzen Geschichte einen Fehler gemacht: er hat versucht, sie vor seinem Schicksal zu beschützen. Wenn sie ihn im Krankenhaus besuchte, zum x-ten Mal, hat er sie nie wirklich an sich herangelassen, immer so gut es eben ging die Situation überspielt, aber nie hat er sie seine Hand haltend weinen lassen.
Sie hat mir das so real und so brutal beschrieben, wie es auch war.
"ihr reisst euch den Arsch für uns auf, bei jeder Gelegenheit! Seid immer da, immer eine Schulter zum anlehnen, ein offenes Ohr und ein gutes Herz. Und ihr nehmt uns jede Gelegenheit, davon etwas zurückgeben zu können! Man kann sich kaum etwas schlimmeres vorstellen!"
in diesem Moment wurde mir so einiges bewusst.
Mir wurde klar, dass ich im grunde exakt so wie er gehandelt habe. Niemanden an mich herangelassen, als es möglich und vielleicht auch nötig gewesen wäre. Sie hat mir einen Spiegel vorgehalten, ohne es zu wissen. Aber wirksam war es.
Mir war nie klar, welche Bedeutung so etwas für einen anderen Menschen hat...
tommy1208 - 16. Nov, 18:27
„Liebesläutend zieht durch Kerzenhelle
Mild wie Wälderduft, die Weihnachtszeit
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
Schöne Blumen der Vergangenheit.“
Das ist von Ringelnatz. Schön, nicht wahr? Schöner als der ganze Weihnachtssirup heute.
Ich persönlich habe kein Weihnachtsgefühl. Die serienmäßig hergestellten Weihnachtsmänner, Weihnachtsbäume gehen mir auf die Nerven. „Weihnachten geht nur mit Kindern“, sagt mir meine Schwester, die Lehrerin ist. Wo, liebe Schwester, sind die Kinder Michelle, Jessica, Kevin, Lea-Sophie, Ronan, Liam, Jonas, Justin, Aidan Elias? Sie frieren in ihren Gräbern. Sie feiern die Weihnacht unter der Erde. Wir haben so viele Kinder verloren.
Ich kann das Lied „Ihr Kinderlein kommet“ nicht mehr ertragen. Ich hab kein Weihnachtsgefühl. Mit fehlen die Kinder Jessica, Lea-Sophie unter dem Weihnachtsbaum.
Herzlichst
Ihr F. J. Wagner
quelle
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Das trifft das ganze schon einigermaßen. Ein Weihnachtsgefühl kann wohl dieses Jahr nicht so recht aufkommen. Dazu passiert zuviel negatives um mich herum momentan, zu viele Menschen sind von schlimmen Ereignissen betroffen.
Gut, ich habe auch viel gelernt in diesem vergangenen Jahr und aus so einigem auch meine Lehren gezogen. Doch dafür auch noch dankbar zu sein, wäre etwas zuviel verlangt. Daher lass ich das Weihnachtsgefühl vor der Tür. Auch, wenn ich trotzdem schon einen Baum gekauft habe.
tommy1208 - 23. Dez, 14:49
Ich finds im Grunde ja herrlich. Es stapeln sich Autos und Lkw´s, also ich meine sie stauen sich, weil wieder irgendein Trottel seit Tagen erfolgreich den Wetterbericht ignoriert und mit stolz aufgesetzter "echtemännerbrauchenkeinewinterreifen"-Miene quer auf der Straße steht. Aber sowas fand ich schon immer amüsant.
Da gibts dann diejenigen Verkehrsteilnehmer, die glauben, das Problem verbal lösen zu können. "Du dumme S**!!" oder "sie blödes Arsc*****!!" sind da zu hören. Aber der Schlaumeier sitzt das gelassen aus, das Fell ist dick. Andere sitzen geduldig im Auto und telefonieren mit Mutti, dass es wohl etwas später wird - haben sich aber wohl einen Rest Nerven und Anstand aufbewahrt, und grummeln dann ihren Ärger nur in sich hinein.
Ich persönlich finde einen Stau bei Schneefall im Grunde recht kuschelig. Man steht da so rum, die Heizung machts schön warm und der USB-Stick ist ja noch voll Musik. Ausserdem ne gute Gelegenheit auf dem Armaturenbrett mal Staub zu wischen und alte SMS zu löschen. Wann bitte sollte ich sowas denn sonst machen? Gut, dass es solche Staus gibt!
Aber: weniger lustig fand ich dann die Teilnahme eines Tanklasters an der Geschichte. Der kam nämlich plötzlich hupend und rutschend von hinten ins Geschehen und die weit aufgerissenen Augen des Fahrers in meinem Rückspiegel liessen selbst mich ungläubigen ein paar Stoßgebete losschicken. Knappe Sache...
merke: nächstes Mal Thermoskanne Kakao mit Rum ins Handschuhfach legen!
tommy1208 - 21. Nov, 22:03
...und für wahr befunden.
"Man kann nur das Heute begrenzt beeinflussen. Machen wir also das Beste daraus. Dann kann das Morgen nur besser werden!"
tommy1208 - 10. Sep, 22:46
es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich an das Nichtstun gewöhnen kann. Entgegen meiner Erwartungen hänge ich nicht den ganzen Tag vor der Glotze oder am Rechner. Ich bin die meiste Zeit unterwegs, erledige Besorgungen und natürlich auch ne menge Arztbesuche, klar. Aber wenn die nicht wären, könnte man denken ich wär im Urlaub. Bis auf kleine Einschränkungen durch die Wundinfektion, die aber täglich weniger werden, gehts mir so eigentlich ganz gut. Tatsächlich komme ich sogar dazu, alte Schränke Dinge aufzuarbeiten und mache auch mit ewigen und uralten Projekten Fortschritte.
Im Grunde weiss ich aber, dass ich mich so nur ablenke, weil ich doch ganz schön Schiss vor der Chemo habe.
tommy1208 - 2. Sep, 22:50
…ist man anscheinend wirklich nicht. Dass einen allerdings eine solche Diagnose so schnell –mental wie physisch - aus der Bahn werfen kann, hätte ich nicht gedacht.
Oder ich dachte auch immer „sowas kommt ja zum Glück nur bei anderen vor…“
doch diesmal war es anders. Man(n) ertastet etwas, das auf den ersten Blick nicht normal ist. Man denkt sich „irgendwann müsste ich das wohl mal einem Arzt zeigen“. Irgendwann. Wochen später, mein Verdrängungsmechanismus funktioniert da wohl hervorragend, bringe ich den Mut auf, einen Arzttermin zu machen. Frauen, ich beneide euch da irgendwie. Ihr geht 2 mal im Jahr wie selbstverständlich zum Arzt und es macht euch (den meisten wohl zumindest) gar nichts aus. Ich musste mein Schamgefühl, meine Angst vor einer Diagnose und das Eingestehen dieser großartigen Dummheit der Wartetaktik erstmal verdauen. Der Beweggrund für den Termin war eigentlich nur ein Wikipedia-Artikel, wo ich nachts bei der Arbeit mal nach meinem Verdacht suchte und wie vom Blitz getroffen etwas las, was zu 110% auf mich zutraf.
Obwohl ich eigentlich schon wusste was auf mich zukommt, bekam ich einen Schlag mit der Faust ins Gesicht, als der Arzt es aussprach. „Es ist 10:00 Uhr, sie liegen spätestens morgen unter dem Messer, wenn nicht noch heute!“ Gedanken durchzucken mich. Ich sehe mich monatelang herumschleichen, mit ausgefallenen Haaren und bleich wie die Wand. Die zweite Meinung des Arztes im KH war dann ähnlich, aber: „wenn ich mir einen Tumor aussuchen könnte, würde ich ihren wählen!“ grinste er mich an. War er bescheuert? War das der kränkelnde Versuch mich aufzuheitern? Ich kam mir ziemlich verarscht vor, und hab ihm das auch gesagt. Worauf er dann sensiblerweise meine Einstellung dazu verstand sich herauswand. Heute weiss ich, wie er das meinte.
Was dann folgte, lief wie im Film ab. Einweisung, OP, warten. Warten. Warten. Warten.
Das alles in eigentlich nur einer Woche, mal von den Zeiten der Vorahnungen Wochen zuvor mal abgesehen. Wie blöd ist der Mensch eigentlich, mit so etwas noch zu zögern…? Aber hinterher ist man immer schlauer…
Nun stehe ich nur noch vor der Entscheidung um die folgende Therapie. Aber auch das werde ich hinkriegen, versprochen. Denn der Tumor stellte sich als sehr gut behandelbar heraus.
Liebe Ynnette, ich möchte Dir für deine Hilfe, die Worte und Zeilen danken. Das werde ich sicher nicht vergessen. Du bist ein unbezahlbarer Schatz!
Nun geht es schon irgendwie weiter. Auch wenn der Schreck noch tief sitzt, so bin ich wohl nochmal mit einem verdammt blauen Auge davon gekommen. Verdammt blau. Übrigens kann man das wörtlich nehmen… ich muss mich einzig heute mit den spöttischen Blicken meines Katers herumplagen, wenn ich, durch die noch frische Narbe geplagt, wie ein Mittneunziger durch die Wohnung schleiche.
Fast so als wollte er sagen: „jetzt siehst du mal wie das ist – zumindest teilweise…“
Und eigentlich hat er ja Recht…
tommy1208 - 21. Aug, 11:53
ja, sowas in der Art muss es wohl sein. Nicht das erste Mal, dass mir das passiert.
Ich war auf einer von vornherein als stinklangweilig abgestempelten Familienfeier. Wider erwarten habe ich neue Leute kennengelernt und auch angeregte Gespräche geführt. so weit - so gut.
Unter anderem war da auch ein durchaus meinem Beuteempfinden Geschmack entsprechendes weibliches Wesen.
Und wie das nunmal so ist, man kommt ins Gespräch über dies und das, findet sich gegenseitig wohl auch recht ansprechend und angenehm, trinkt etwas miteinander, lacht und erzählt.
bis... ja bis ihre Lebensgefährtin aus der Versenkung auftaucht und beginnt, ihr Revier zu markieren.
Aber ich bin es ja schon fast gewohnt, dass der weibliche Part einer Lesbenbeziehung mir gegenüber durchaus nicht abgeneigt wäre (was allerdings keine Aussage über mein evtl weiblich anmutendes Äußeres trifft, ja?) und dann tritt ES in Erscheinung und verteilt ne Runde böse Blicke... naja - Lebbe geht weider...
tommy1208 - 7. Aug, 23:59
manchmal geht es mir einfach so, dass ich in einem Gespräch etwas sagen will - und es mir einfach nur denke. Es findet seinen Weg nicht über meinen Mund, sondern bleibt einfach in
der breeigen Masse hinter den Augen den Hirnwindungen stecken und findet seinen Weg nicht bis ins Sprachzentrum. Nur Kleinigkeiten, aber teilweise wären sie echt angebracht gewesen. Keine Ahnung, woran das liegt. Aber manchmal isses echt lästig, weil der Gegenüber dann keine Begründung für meine Reaktion im Gespräch bekommt und diese dann evtl falsch versteht.
Später ärgere ich mich dann darüber, und versuche das ganze dann noch beim nächsten Gespräch zu korrigieren - aber das ist doch echt lästig, oder?
so schon wieder geschehen, letzte Nacht. Ein Telefonat mit Ynnette, etwas länger und durchaus kurzweilig und angenehm. Später, unter der Dusche, ist mir dann klar geworden, was ich ihr eigentlich die ganze Zeit noch sagen wollte, wozu mir aber im entscheidenden Moment die Brücke über meine Zunge fehlte. Tse!
und nicht, dass mich einer in die Schublade "schüchtern" steckt - das bin ich nun wirklich nicht... *g* ich scheine einfach manchmal wirklich etwas zu brauchen, bis sich Gedanken ihren Weg bahnen. Warum auch immer...
errinnert mich an das hier... ;-)

tommy1208 - 1. Aug, 07:31
habe ich genug, das Leben fickt mich jeden Tag.
den Spruch hab ich neulich mal gehört und fand ihn für mich heute schon irgendwie passend...
tommy1208 - 22. Mai, 21:08